Peptide gegen Alzheimer

Bioanalytikerin entdeckt neuen Wirkstoff

Thu, 4. Feb. 2021

Eine Alzheimererkrankung ist ein Schreckensgespenst, das überwiegend ältere Menschen betrifft. Eine Heilung gibt es bisher nicht, aber eine Hoffnung. An der Hochschule Coburg hat die Bioanalytikerin Marwa Malhis eine Substanz entdeckt. Daraus könnte eines Tages ein Medikament gegen die Alzheimererkrankung entstehen.

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Die Krankheit beginnt schleichend, am Anfang sind es leichte Gedächtnisstörungen, später nehmen sie zu. Hinzu kommen Orientierungslosigkeit und Sprachstörungen.

1,6 Millionen Menschen sind deutschlandweit von einer Demenz betroffen, zwei Drittel davon sind an Alzheimer erkrankt. Mit steigender Lebenserwartung nimmt auch das Risiko für die Diagnose Alzheimer zu. Eine Heilung gibt es noch nicht, aber eine Hoffnung:

Die Coburger Bioanalytikerin Marwa Malhis hat eine vielversprechende Substanz entdeckt, aus der ein Wirkstoff gegen Alzheimer entwickelt werden könnte. Die Wissenschaftlerin hat ihre Promotionsprüfung zu diesem Thema abgelegt.

Marwa Malhis - Bioanalytikerin
„Ich habe bei Frau Funke promoviert und sie macht soviel mit Alzheimer und das hat mich interessiert, das Thema hat mich sehr interessiert, mein Opa hatte auch Alzheimer und ich habe auch Pharmazie studiert und da gibt es so eine Verbindung. Und das Thema war für mich total passend.“

Vereinfacht lassen sich die komplizierten Vorgänge so beschreiben: Bei einer Alzheimererkrankungen lagern sich zwei spezielle Eiweiße im Gehirn ab und zerstören Nervenzellen. Malhis hat sogenannte Peptide entdeckt, die das verhindern sollen. Die gefundenen Peptide könnten demnach Ablagerungen im Gehirn hemmen.

Marwa Malhis - Bioanalytikerin
„Das hat so drei Jahre Laborarbeit gedauert und ich war sehr froh, als ich diese zwei Peptide gefunden habe. Das war so ein sehr schönes Gefühl, weil man arbeitet und arbeitet, aber man weiß nicht, was kommt, aber am Ende haben wir die zwei Peptide gefunden, da war ich schon sehr froh, irgendeinen kleinen Beitrag zu leisten gegen Alzheimer.“

Die Forschungsarbeit der jungen Syrerin wird als ein großer Erfolg auf dem Gebiet der Alzheimerforschung bezeichnet, aber auch für die Hochschule Coburg ist es eine Auszeichnung.

Professor Susanne Aileen Funke - Institut für Bioanalytik Leiterin Labor Biochemie und Molekularbiologie
„Tatsächlich ist diese Art der Forschung vielleicht nicht ganz üblich für Hochschulen für angewandte Wissenschaften, aber wir dürfen das hier trotzdem machen und wir haben auch, eine tolle Ausstattung dafür und wir sind sehr sehr stolz, dass wir die Dinge hier so voranbringen können.“

Funke ist Professorin für Molekularbiologie an der Hochschule Coburg und leitet das Labor für Biochemie und Molekularbiologie.

Professor Susanne Aileen Funke - Institut für Bioanalytik Leiterin Labor Biochemie und Molekularbiologie
„Mich hat dieser medizinische Bezug stark interessiert, ja und natürlich, wer Alzheimer Patienten kennt, der weiß, wie furchtbar diese Krankheit ist und ich glaube, ich hatte auch das Gefühl, was Gutes und sehr Wichtiges machen zu können.“

Die Wirksamkeit der neuen Substanzen ihrer Doktorandin wurden bereits unter anderem im Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen in Bonn untersucht. Einer der weiteren Schritte ist der Test an Labormäusen, bevor es in die klinischen Studien gehen könnte. Die Entwicklung eines zugelassenen Wirkstoffes – falls möglich – wird allerdings noch einige Jahre beanspruchen.

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